Markus Hiereth © Markus Hiereth
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2007sm
17.08.2020

SEAMONKEY FÜR BETAGTE PROZESSOREN
Erstellung einer ohne SSE2-Befehlssatzerweiterung arbeitenden Binärversion

Hintergrundinformation

Das Seamonkey-Projekt [1] stellt seinen Browser in Form des Quellcodes und als lauffähigen Maschinencode (Binärpaket) zur Verfügung. Im Regelfall wird der Anwender letzteren herunterladen und erspart sich so das aufwendige und Expertenwissen voraussetzende Kompilieren. Dabei verloren geht allerdings auch die Möglichkeiten, die Software an Gegebenheiten der Hardware anzupassen.
Ab der Version 2.49.5 vom September 2019 verlangte das Binärpaket für das Betriebssystem Linux und 32-Bit-Prozessoren, dass der Prozessor in der Lage ist, SSE2-Befehle zu verarbeiten. Die Einführung von SSE2 [2] geschah um das Jahr 2000 herum, zuerst bei Intel, etwas später bei AMD. Somit war der Browser an Computern, in welchen ältere Prozessoren verbaut sind, nach besagtem Update nicht mehr zum Laufen zu bringen und meldete "Ungültiger Maschinenbefehl".

Durchführung

Die Kompilierung der am 28.02.2020 erschienenen Version 2.53.1 erfolgte im Wesentlichen wie im Linux-from-Scratch-Projekt [3] umrissen auf einem Debian-Linux-System. Die Vorgabe, dass der Maschinencode für einen nicht SSE2-fähigen Prozessor ausführbar sein soll, erfolgte zusammen mit Definition des Kompilers in Form der zwei Umgebungsvariablen C und CXX.
    C   = gcc -m32 -mmx -march=k6
    CXX = g++ -m32 -mmx -march=k6
Mit der Option -march=k6 wird der Kompilierungssoftware mitgeteilt, dass der Maschinencode für einen Prozessor der Klasse k6 bestimmt ist. Der AMD Duron gehört dieser Klasse an.

Ergebnis

Die Dateien des Browsers wurden als Archivdatei gepackt und werden in dieser Form zum Download zur Verfügung gestellt.
Link:          http://www.hiereth.de/programm/seamonkey-2.53.1-200709-k6.tar.bz
MD5-Prüfsumme: 1dd7eb1b462cda156bff7ad5954fe81c
Dateiliste:    http://www.hiereth.de/programm/2007sm-1.html
Die Archivdatei sollte im Verzeichnis /usr/local entpackt werden.
cd /usr/local
tar xjvf /pfad/zur/datei/seamonkey-2.53.1-200709-k6.tar.bz
Die Seamonkey-Paketdatei beinhaltet Software für gewisse grundlegende Funktionen, sogenannte Bibliotheken, englisch "Shared Libraries". Durch Eingabe des Befehls
ldconfig
veranlassen Sie das System, seine Auflistung, welche Bibliotheken an welchem Speicherort verfügbar sind, zu aktualisieren.
Allerdings setzt Seamonkey auch das Vorhandensein gewisser Bibliotheken voraus. Häufig sind diese auf dem Systemen bereits installiert, weil sich auch andere Anwendungsprogramme dieser Bibliotheken bedienen. Sollte eine Bibliothek fehlen, erhalten Sie eine Meldung. Sie finden die Bibliothek im Regelfall im Paketdepot ihrer Linuxdistribution. Auf dem hier genutzten Computer waren dies bei zwei Bibliotheken der Fall.
libffi
libevent
Zur direkten Wiedergabe von in Internetseiten eingebetteten Mediendateien greift Seamonkey auf den Hintergrundprozesses pulseaudio zurück. Sollte dieser Prozess nicht installiert oder nicht aktiv sein, lassen sich Audiodateien nicht starten beziehungsweise Videodateien werden stumm abgespielt.

Bildschirmfotos Seamonkey

Surfen im Internet Mailkommunikation Seitenerstellung Chatkommunikation
Browser Mailprogramm HTML-Editor Chatprogramm

Abschließende Bemerkung

Seamonkey wurde für mich zum bevorzugten Browser, als die Entwickler von Firefox meinten, durch die Abschaffung des Menüs am oberen Rand der Bedienoberfläche dem Nutzer irgendetwas Gutes zu tun. Ich fand die Suche nach den entsprechenden Menüpunkten äußerst unerquicklich. Teils weiß ich bis heute nicht, ob ein Sprung zur vorvorletzten besuchten Seite durch Klick auf ein Icon bei Firefox noch möglich ist. Auf der anderen Seite behelligt dieser Browser den Nutzer mitunter mit einer so überflüssigen wie fragwürdigen Meldung wie "Eine Seite verlangsamt Firefox". Wenn sich eine Seite erst nach längerer Zeit aufbaut, kann dies vielerlei Gründe haben und in diesem Zusammenhang ist es völlig uninteressant, welche Komponente (der angesprochene Server im Internet, die Internetverbindung des Nutzers, die eigene Hardware, der Browser) verantwortlich ist, dass Daten verzögert auf den Bildschirm kommen. Die bedeutendsten Bremsen bei der Nutzung des Internets sind meiner Einschätzung nach Vorgänge, auf die viele gerne verzichten würden: Schriftarten, die erst bei Google geholt werden. Cookies und Skripte, anhand derer versucht wird, den Internetnutzer zu durchleuchten, des weiteren aufpoppende Werbung, animierte Texte, Diashows und Videos mit geringem Informationswert, die ablenken und an denen es oftmals liegt, man sich, nachdem eine Seite komplett aufgebaut ist, fragt, was man dort eigentlich in Erfahrung bringen wollte.

Anmerkungen und Verweise

1
https://www.seamonkey-project.org.
2
Wikipedia zur Befehlssatzerweiterung SSE2.
3
Anleitung zur Kompilierung von Seamonkey.